fassungslos, aber leider alltäglich

„Das junge Mädchen sitzt auf einem kaum gereinigten Stuhl, und mehrere Frauen halten es fest. Dann blättert eine der alten Frauen die Schamlippen auseinander und befestigt sie seitlich mit Dornen, um die Klitoris völlig freizulegen. Mit einem Küchenmesser schneidet sie das Haupt der Klitoris ab und beginnt sie dann herauszuschneiden. Während einer der Frauen das Blut fortwährend fortwischt, gräbt die Mutter mit dem Finger unter die eingeschnittene Klitoris, um das Organ herauszulösen. Das Mädchen schreit entsetzlich, ohne daß ihren Schmerzen geringste Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wenn die Mutter die Klitoris herausgerissen hat, geht sie daran, die Reste bis zum Knochen weg zuschneiden und die umliegenden Teile der Schamlippen zu entfernen. Dann wühlt sie mit dem Finger in der blutenden Wunde. Die anderen Teilnehmerinnen der Operation befühlen ebenfalls das blutende Loch, um festzustellen, dass alles Gewebe entfernt und nichts übrig geblieben ist.
Da das kleine Mädchen wirr zappelt vor Schmerz, wird bei der Operation öfter das Rectum verletzt oder auch die Harnröhre angeschnitten.
Nun folgt der zweite Teil der Tortur, bei dem die Mutter die inneren Schamlippen total wegschneidet und Fleisch und Haut von den großen Schamlippen wegkratzt. Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Mädchen schon mehrere Male ohnmächtig geworden und wird mit einem Pulver wiederbelebt. Die Nachbarinnen begutachten sorgfältig die Arbeit der Mutter und spornen sie an.
Manchmal beißt sich das Mädchen in rasenden Schmerzen die Zunge ab. Deswegen beobachtet eine Frau sorgfältig die Mundpartie des Kindes. Wenn die Zunge herauskommt, streut sie Pfeffer darauf, was ein sofortiges Zurückziehen der Zunge bewirkt.
Wenn die Operation vorbei ist, heftet die Mutter die beiden Seiten der Vulva zusammen, wozu sie Akaziendornen verwendet. Ihr Hauptziel ist es, eine so winzige Öffnung herzustellen, dass gerade der Austritt von Urin und Menstruationsblut möglich ist. Je kleiner das künstliche Loch ist, desto größer der Wert der Frau.“
Man schätzt, dass weltweit 130 Millionen Frauen beschnitten sind, ca. 2 Millionen kommen jährlich hinzu, die meisten noch vor der Pubertät. Einige sterben noch während des Rituals. In Äthiopien, Eritrea und Gambia werden noch heute 90% aller Frauen beschnitten, üblich ist die Beschneidung aber auch in Brasilien, auf den Philippinen, in Indonesien, Malaysia und Pakistan. Sie soll von unehelichem Geschlechtsverkehr abhalten. Es wird behauptet, es wäre so hygienischer. Sie ist Tradition, eine Tradition, die gestoppt werden muss. Die Verstümmelung reicht von der Entfernung der Klitorisvorhaut (milde Sunna) über die Entfernung der Klitoris selbst (modifizierte Sunna) und der inneren Schamlippen (Clitoridectomie) bis zum Vernähen der äußeren Schamlippen mit Ausnahme einer winzigen Öffnung für Urin und Blut. In den meisten Fällen schmerzt es schon, einfach auf’s Klo zu gehen, was eine Schwangerschaft anrichtet, steht nicht zur Debatte. Es ist eine Lebensgefahr für die Mutter sowie für das Kind.
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